Warum verlangt das EMR Fort- und Weiterbildung?
Das EMR-Qualitätslabel ist nicht einfach eine einmalige Registrierung. Für die Erneuerung gelten Fort- und Weiterbildungsanforderungen. Wie viele Stunden für die eigene Registrierung konkret verlangt werden, ist im persönlichen myEMR-Konto ersichtlich.
Das ist ein wichtiger Punkt: Man sollte sich nicht auf irgendeine allgemeine Zahl aus einem Forum, einer alten Kursunterlage oder von Kollegen verlassen. Entscheidend sind die aktuell gültigen EMR-Bestimmungen und die Angaben im eigenen Konto.
Die Fortbildungspflicht ist Teil der Qualitätssicherung. Entscheidend ist nicht nur, dass Stunden vorhanden sind, sondern dass die Weiterbildung zur eigenen beruflichen Tätigkeit passt.
So läuft die Einreichung in der Praxis ab
Aus meiner eigenen Erfahrung erhält man einige Zeit vor Ablauf der Frist eine Information, dass die Weiterbildungsnachweise wieder eingereicht werden können. Die Einreichung kann digital erfolgen; je nach Verfahren stehen auch weitere Möglichkeiten zur Verfügung.
Wenn eine Frist verpasst wird, wird man nicht sofort aus dem System entfernt. Nach meiner Erfahrung folgen zunächst Erinnerungen. Trotzdem sollte man sich darauf nicht verlassen. Wer seine Registrierung beruflich braucht, sollte die Fristen konsequent im Kalender führen.
Die wichtigste praktische Regel ist deshalb simpel: Weiterbildungsnachweise sofort nach jedem Kurs sauber ablegen. Dann muss man am Ende nicht mehrere Jahre an Dokumenten zusammensuchen.
Vorher prüfen, ob Inhalt und Anbieter zu den EMR-Anforderungen passen.
Teilnahmebestätigung und relevante Kursangaben vollständig aufbewahren.
Nicht darauf warten, dass mehrere Erinnerungen kommen.
Den für die eigene Registrierung geforderten Umfang kontrollieren.
Meine persönliche Erfahrung mit der Weiterbildungspflicht
Ich absolviere grundsätzlich so viele Weiterbildungsstunden, wie ich für meine Registrierung benötige. Je nach Kurs kommt etwas mehr zusammen.
Meine letzte grössere Weiterbildung war beispielsweise ein dreitägiger Triggerpunkt-Intensivkurs mit 21 Stunden. Für mich war das eine sehr wertvolle Weiterbildung, weil die Inhalte sehr detailliert vermittelt wurden und ich vieles unmittelbar in meiner therapeutischen Arbeit sowie in meinen eigenen Weiterbildungskursen einsetzen konnte.
Genau das ist für mich der entscheidende Unterschied zwischen einer guten Weiterbildung und dem blossen Sammeln von Stunden: Kann ich danach etwas besser als vorher?
Wie erkenne ich, ob eine Weiterbildung für das EMR geeignet sein könnte?
Ich habe bisher keine Weiterbildung eingereicht, die vom EMR abgelehnt wurde. Das liegt aber nicht daran, dass automatisch jeder Kurs akzeptiert wird. Ich informiere mich vorher sehr genau darüber, ob Inhalt, Umfang und Anbieter die Anforderungen erfüllen können.
Genau hier entsteht Aufwand. Ein Anbieter kann mit Formulierungen wie „EMR-anerkannt“ werben – das EMR selbst weist aber ausdrücklich darauf hin, dass die Nennung eines Bildungsanbieters keine Garantie dafür ist, dass eine konkrete Fort- oder Weiterbildung für die Zertifizierung beziehungsweise Rezertifizierung tatsächlich akzeptiert wird.
Deshalb prüfe ich Weiterbildung nie nur nach dem Werbetext des Anbieters.
- Passt das Thema zu meiner beruflichen Tätigkeit?
- Ist der Anbieter seriös und fachlich nachvollziehbar?
- Ist der Umfang der Weiterbildung klar dokumentiert?
- Erhalte ich einen vollständigen Teilnahme- beziehungsweise Ausbildungsnachweis?
- Bringt mich der Inhalt wirklich weiter?
Weiterbildung bedeutet für mich mehr als die nächste Technik
Das EMR verlangt nicht, dass jede Weiterbildung einfach eine neue Massagetechnik sein muss. Entscheidend ist, dass sie einen nachvollziehbaren Bezug zur eigenen beruflichen Tätigkeit hat.
Für mich besteht professionelle Entwicklung aus drei Bereichen:
Untersuchung, Behandlung, Anatomie, Clinical Reasoning und sichere Anwendung von Techniken.
Kommunikation, Selbstreflexion, Auftreten, Grenzen und Umgang mit Patienten.
Preise, Praxisführung, Auslastung und langfristig gesundes Arbeiten.
Das Gelernte anwenden, auswerten und daraus das eigene Verhalten verändern.
Ein Therapeut kann jedes Jahr seine Pflichtstunden absolvieren und trotzdem fachlich kaum Fortschritte machen. Das passiert dann, wenn Weiterbildung nur als notwendige Unterschrift gesehen wird.
Wer hingegen bewusst Kurse auswählt, die eigene Schwächen abdecken, kann aus derselben Weiterbildungspflicht einen echten Entwicklungsvorteil machen.
Suche nicht den bequemsten Kurs. Suche den Kurs, der eine deiner Schwächen kleiner macht oder eine deiner Stärken weiter ausbaut.
Meine Erfahrung als Weiterbildungsanbieter
Ich biete selbst seit Jahren Weiterbildungen für Therapeutinnen und Therapeuten an. Dabei achte ich sehr genau darauf, dass die Nachweise und Kursinhalte den geltenden Anforderungen entsprechen.
Meine Teilnehmer sollen aber nicht einfach mit einer Teilnahmebestätigung nach Hause gehen. Wer nur möglichst schnell Weiterbildungsstunden sammeln möchte, ist bei mir eher am falschen Ort.
Mein Anspruch ist, dass Teilnehmer etwas lernen, anwenden und besser machen können als zuvor. Gute Weiterbildung sollte langfristig zu mehr Sicherheit, besseren Entscheidungen und einer reflektierteren Arbeitsweise führen.
Gerade deshalb finde ich die Weiterbildungspflicht grundsätzlich sinnvoll. Ohne Verpflichtung besteht das Risiko, dass manche Therapeuten nach ihrer Ausbildung jahrelang kaum noch fachliche Impulse aufnehmen.
Häufige Fehler bei der EMR-Weiterbildung
- Nur auf die Stunden schauen: Ein Kurs ist nicht automatisch sinnvoll, nur weil er die benötigte Anzahl Stunden liefert.
- Werbung ungeprüft übernehmen: „EMR-anerkannt“ sollte nicht die einzige Entscheidungsgrundlage sein.
- Nachweise verlieren: Fehlende oder unvollständige Bestätigungen können später unnötige Probleme verursachen.
- Immer dasselbe besuchen: Wiederholung kann sinnvoll sein, aber Entwicklung braucht auch neue Impulse.
- Schwächen vermeiden: Gerade die Bereiche, in denen man unsicher ist, sind häufig die wertvollsten Weiterbildungsthemen.
Mein Rat an Therapeutinnen und Therapeuten
Die EMR-Fortbildungspflicht sollte man nicht als lästige administrative Aufgabe betrachten. Sie zwingt uns zumindest regelmässig dazu, uns mit unserer beruflichen Entwicklung auseinanderzusetzen.
Entscheidend ist aber, was man daraus macht.
Man kann jedes Jahr irgendeinen Kurs besuchen und danach genauso arbeiten wie vorher. Oder man nutzt die Weiterbildung gezielt, um Unsicherheiten abzubauen, neue Zusammenhänge zu verstehen und die eigene Qualität zu verbessern.
Fazit
Fort- und Weiterbildung gehört zur Aufrechterhaltung des EMR-Qualitätslabels. Den konkret geforderten Umfang sollten Therapeutinnen und Therapeuten direkt in myEMR prüfen.
Wer die Pflicht intelligent nutzt, erhält aber deutlich mehr als einen administrativen Nachweis: mehr Fachwissen, mehr Sicherheit und im besten Fall eine bessere therapeutische Arbeit.
Häufige Fragen zur EMR-Fortbildung
Wie viele Weiterbildungsstunden brauche ich beim EMR?
Das EMR weist den für die eigene Registrierung geforderten Umfang im persönlichen myEMR-Konto aus. Deshalb sollte man die konkrete Zahl dort prüfen und nicht von einer pauschalen Angabe ausgehen.
Muss eine Weiterbildung eine Behandlungstechnik sein?
Nein. Entscheidend ist, dass die Fort- oder Weiterbildung den EMR-Bedingungen entspricht und einen nachvollziehbaren Bezug zur beruflichen Tätigkeit hat.
Ist jeder Kurs eines auf der EMR-Website genannten Bildungsanbieters automatisch anerkannt?
Nein. Das EMR weist ausdrücklich darauf hin, dass die Nennung eines Bildungsanbieters keine Garantie für die Anerkennung einer konkreten Aus-, Fort- oder Weiterbildung darstellt.
Was passiert, wenn ich meine Nachweise nicht rechtzeitig einreiche?
Versäumte Nachweise können die Erneuerung des Qualitätslabels gefährden. Deshalb sollten Fristen und Erinnerungen ernst genommen und die aktuell gültigen EMR-Bestimmungen geprüft werden.
Kann ich mehr Stunden absolvieren als verlangt?
Ja. Wie und in welchem Umfang zusätzliche Stunden angerechnet oder übertragen werden können, richtet sich nach der aktuell gültigen EMR-Fort- und Weiterbildungsordnung.
Welche Weiterbildung lohnt sich am meisten?
Aus meiner Sicht diejenige, die eine konkrete Schwäche reduziert oder eine wichtige Stärke gezielt ausbaut – und deren Inhalte danach tatsächlich in der Praxis angewendet werden.
- ErfahrungsMedizinisches Register (EMR): Fort- und Weiterbildungsordnung und Reglement 2026.
- EMR: myEMR – individueller Umfang der erforderlichen Fort- und Weiterbildung.
- EMR: Hinweise zu Bildungsanbietern und Anerkennung von Aus-, Fort- und Weiterbildungen.
Stand: August 2026. EMR-Reglemente und Anforderungen können sich ändern. Für konkrete Nachweise und Stunden immer die aktuell gültigen EMR-Unterlagen und das eigene myEMR-Konto prüfen.
Weiterbildung sollte dich verändern – nicht nur deine Stunden erhöhen.
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