Welche Methoden erkennt das EMR an?

Das EMR kennt eine grosse Zahl unterschiedlicher therapeutischer Methoden, Methodengruppen und registrierbarer Berufsabschlüsse. Genau das führt bei Therapeutinnen und Therapeuten häufig zu Verwirrung. Entscheidend ist deshalb nicht nur zu wissen, ob das EMR eine Methode grundsätzlich führt, sondern auch zu verstehen, was Methode, Methodengruppe und Berufsabschluss tatsächlich bedeuten.

Die EMR-Methodenliste ist viel breiter als viele denken

Wenn man im therapeutischen Alltag vom EMR spricht, denken viele zuerst an Massage. Tatsächlich umfasst das Register aber sehr viele unterschiedliche therapeutische Richtungen.

In meinem beruflichen Umfeld begegne ich beispielsweise Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten mit zusätzlicher Registrierung im Bereich klassische Massage, Shiatsu-Therapeuten, Craniosacral-Therapeuten, Naturheilpraktikern und vielen weiteren Fachrichtungen.

Das zeigt: Massage ist nur ein Teil eines deutlich grösseren Systems.

Wichtig

Die Frage lautet nicht einfach: „Bin ich beim EMR?“ Sondern: Für welche Methode, Methodengruppe oder welchen Berufsabschluss bin ich registriert?

Methode, Methodengruppe und Berufsabschluss – was ist der Unterschied?

Diese Begriffe werden häufig durcheinandergebracht. Für das Verständnis der EMR-Struktur sind sie aber sehr wichtig.

01 Methode

Eine Methode beschreibt den therapeutischen Fachbereich beziehungsweise die konkrete Behandlungsform, die gelernt und angewendet wird.

02 Methodengruppe

Eine Methodengruppe fasst mehrere zusammengehörige Methoden beziehungsweise Verfahren unter einer gemeinsamen Registrierung zusammen.

03 Berufsabschluss

Ein Berufsabschluss bezeichnet einen anerkannten beruflichen Qualifikationsweg beziehungsweise offiziellen Titel, der je nach EMR-System ebenfalls registrierbar sein kann.

04 Versicherungsvergütung

Die Registrierung sagt noch nicht automatisch aus, welche Versicherung welche Methode tatsächlich rückvergütet.

Welche Methoden gibt es beispielsweise?

Die vollständige EMR-Liste ist umfangreich und wird aktualisiert. Deshalb würde ich nie versuchen, sämtliche Methoden aus dem Kopf aufzuzählen.

Typische Bereiche, die einem im therapeutischen Umfeld begegnen, sind beispielsweise:

  • Klassische Massage,
  • Manuelle Lymphdrainage,
  • Fussreflexzonenmassage,
  • Shiatsu,
  • Craniosacral-Therapie,
  • verschiedene naturheilkundliche Methoden,
  • weitere körper- und komplementärtherapeutische Verfahren.

Welche genaue Bezeichnung, Nummer und Registrierungsform aktuell gilt, sollte immer direkt in der aktuellen EMR-Methodenliste geprüft werden.

Nicht nur auf den Namen schauen

Zwei Ausbildungen können ähnlich klingen und trotzdem unterschiedliche Voraussetzungen oder Registrierungswege haben. Deshalb sind offizielle Methodenbezeichnung und aktuelles EMR-Reglement entscheidend.

Mein Beispiel: medizinische Massage und die Methodengruppe 118

Ich selbst bin seit 2018 mit der Methodengruppe 118 registriert. Für mich ist das ein grosser Vorteil, weil mehrere therapeutische Verfahren in einer gemeinsamen Methodengruppe zusammengefasst sind.

Zu meinem beruflichen Methodenspektrum als medizinischer Masseur gehören unter anderem:

  • Klassische Massage,
  • Bindegewebsmassage,
  • Fussreflexzonenmassage,
  • Manuelle Lymphdrainage,
  • Elektrotherapie,
  • Hydrotherapie.

Der praktische Vorteil liegt darin, dass ich nicht jede einzelne Methode komplett separat neu registrieren muss. Das spart administrativen Aufwand, Wartezeit und zusätzliche Gebühren.

Eine Methodengruppe kann therapeutisch und administrativ sehr wertvoll sein, weil mehrere Kompetenzen unter einer gemeinsamen beruflichen Struktur zusammenkommen.

Eine EMR-Methode bedeutet nicht automatisch Versicherungsvergütung

Das ist einer der wichtigsten Punkte überhaupt.

Eine Methode kann beim EMR registrierbar sein und trotzdem von einer bestimmten Zusatzversicherung nicht vergütet werden.

Jede Versicherung entscheidet selbst, welche Methoden sie in welchen Zusatzversicherungsprodukten berücksichtigt.

Deshalb sind zwei Fragen voneinander zu trennen:

01 Ist die Methode beim EMR registrierbar?

Das ist die Frage der Registrierung und der Qualitätsanforderungen.

02 Welche Versicherungen vergüten diese Methode?

Das ist die Frage der konkreten Versicherungsdeckung.

Gerade deshalb sollten Patientinnen und Patienten bei Unsicherheit ihre eigene Zusatzversicherung prüfen.

Warum diese Frage bereits vor der Ausbildung wichtig ist

Wenn du heute einen therapeutischen Beruf erlernen möchtest, würde ich eine Frage sehr früh stellen:

Ist die Methode beziehungsweise der Abschluss, den ich gerade lerne, später beim EMR registrierbar?

Das ist aus meiner Sicht wichtiger als die Frage, welche einzelne Versicherung die Methode heute gerade vergütet.

Versicherer können ihre Listen verändern. Methoden können aufgenommen, eingeschränkt oder gestrichen werden. Eine fundierte berufliche Qualifikation bleibt dagegen die Grundlage deiner Tätigkeit.

Deshalb würde ich vor Ausbildungsbeginn immer prüfen:

  • Welche Methode lerne ich?
  • Welche Schule besuche ich?
  • Welchen Abschluss erhalte ich?
  • Welche EMR-Voraussetzungen gelten aktuell?
  • Ist diese Methode langfristig sinnvoll in meinem beruflichen Konzept?

Warum eine breitere fachliche Basis auch wirtschaftlich interessant sein kann

Aus meiner Sicht kann es problematisch sein, wenn jemand beruflich nur auf einer einzigen sehr engen Methode aufbaut.

Nicht weil diese Methode schlecht wäre, sondern weil Versicherer ihre Bedingungen verändern können. Wenn eine Methode später weniger breit vergütet wird, kann das wirtschaftliche Auswirkungen haben.

Bei der klassischen Massage sieht man beispielsweise immer wieder, dass einzelne Versicherungen beziehungsweise Produkte unterschiedliche Regeln anwenden.

Deshalb finde ich eine fachlich sinnvolle Erweiterung des eigenen Spektrums langfristig interessant.

Aber wichtig

Es geht nicht darum, möglichst viele Methoden nur für die Abrechnung zu sammeln. Jede zusätzliche Methode sollte fachlich sinnvoll sein und wirklich beherrscht werden.

Ich glaube grundsätzlich, dass viele therapeutische Methoden wirtschaftlich interessant sein können. Menschen werden älter, Beschwerden bleiben ein grosses Thema und der Bedarf an therapeutischer Unterstützung ist vorhanden.

Die entscheidendere Frage ist deshalb oft nicht: „Welche Methode ist die beste?“ Sondern: „Welche Methode passt zu mir, meiner Fachkompetenz und meiner Zielgruppe?“

Mein Rat an angehende Therapeutinnen und Therapeuten

Wenn du noch am Anfang deiner Laufbahn stehst, würde ich drei Fragen klar beantworten:

Was möchte ich lernen? Was möchte ich später behandeln? Und wie möchte ich beruflich arbeiten?

Danach kannst du prüfen, welche EMR-Methode oder welcher Berufsabschluss zu diesem Weg passt.

Ich würde nicht nur danach auswählen, was gerade am einfachsten registrierbar ist oder von möglichst vielen Versicherungen bezahlt wird. Die Versicherungslandschaft kann sich verändern.

Deine fachliche Identität sollte länger halten als die aktuelle Liste einer Krankenkasse.

Fazit

Das EMR erkennt sehr viele unterschiedliche therapeutische Methoden und berufliche Qualifikationen an. Die genaue Struktur ist komplexer als nur eine Liste von Massagetechniken.

Entscheidend ist, zwischen Methode, Methodengruppe, Berufsabschluss und Versicherungsvergütung zu unterscheiden.

Meine Methodengruppe 118 zeigt gut, welchen Vorteil eine breitere berufliche Registrierung haben kann: Mehrere therapeutische Verfahren sind gemeinsam abgedeckt, ohne dass jede einzelne Methode komplett separat organisiert werden muss.

Für angehende Therapeutinnen und Therapeuten ist deshalb vor allem wichtig, vor der Ausbildung zu prüfen, welchen beruflichen Weg sie einschlagen und welche EMR-Registrierung dazu passt.

Wähle deine Methode nicht nur danach, was heute vergütet wird. Wähle sie danach, was du langfristig gut und professionell ausüben möchtest.

Häufige Fragen zu EMR-Methoden

Erkennt das EMR nur Massagemethoden an?

Nein. Das EMR führt zahlreiche Methoden und berufliche Qualifikationen aus unterschiedlichen Bereichen der Erfahrungsmedizin und Komplementärtherapie.

Was ist eine EMR-Methode?

Eine Methode ist ein definierter therapeutischer Fachbereich beziehungsweise eine Behandlungsform, für die bestimmte Registrierungsanforderungen gelten.

Was ist eine Methodengruppe?

Eine Methodengruppe kann mehrere zusammengehörige therapeutische Verfahren unter einer gemeinsamen Registrierung zusammenfassen.

Was ist der Vorteil der Methodengruppe 118?

In meinem Fall als medizinischer Masseur sind mehrere therapeutische Verfahren innerhalb einer gemeinsamen Methodengruppe zusammengefasst. Dadurch muss nicht jede einzelne Methode komplett separat neu registriert werden.

Bezahlt jede Zusatzversicherung jede EMR-Methode?

Nein. Versicherer entscheiden selbst, welche Methoden sie in ihren jeweiligen Zusatzversicherungsprodukten vergüten.

Welche Methode sollte ich lernen?

Das hängt von deinen beruflichen Zielen, Interessen, Fähigkeiten und deiner späteren Zielgruppe ab. Vor Ausbildungsbeginn sollte zusätzlich geprüft werden, ob die gewünschte Methode aktuell beim EMR registrierbar ist.

Quellen & Aktualität
  • ErfahrungsMedizinisches Register (EMR): aktuelle Methodenliste und Registrierungsbedingungen.
  • EMR: Informationen zu Methoden, Methodengruppen und registrierbaren Berufsabschlüssen.
  • Individuelle Versicherungsbedingungen der Schweizer Zusatzversicherer.

Stand: August 2026. Methodenlisten, Nummerierungen und Versicherungsbedingungen können sich ändern. Für konkrete Registrierungen immer die aktuell gültige EMR-Methodenliste prüfen.

Über den Autor

Danilo D’Ambrosio ist eidg. dipl. Medizinischer Masseur FA, Praxisinhaber, Dozent und Gründer von TherapieKompass. Er ist seit 2018 beim EMR registriert und arbeitet mit mehreren Verfahren der medizinischen Massage.

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